Die Mitte Würenlos lehnt die Richtplanänderung Tägerhardächer wegen fehlender Voraussetzungen ab
16. März 2026
Parteinotizen Die Mitte Würenlos lehnt die Richtplanänderung Tägerhardächer wegen fehlender Voraussetzungen ab
Die Mitte Würenlos hat sich mit der Vernehmlassungsvorlage zur Richtplanänderung im Gebiet Tägerhardächer befasst. Sie unterstützt Bestrebungen, die Ansiedlung von bedeutenden Unternehmen wie Hitachi Energie zu fördern. Jedoch erachtet sie die Erschliessung des Areals im Tägerhard mit dem öffentlichen Verkehr als ungenügend, um die zu erwartende Zunahme des Pendlerverkehrs erträglich zu halten. Seit kurzen ist öffentlich geworden, dass auch die Nachbargemeinde Otelfingen einen Standort für die erwähnte Unternehmung anbietet, womit auch dieses Szenario in die Haltung zum Richtplaneintrag einzubeziehen ist.
Der geplanten Campus soll mittel- bis langfristig für gut und hochqualifizierte Fachkräfte bis zu 3’000 Arbeitsplätze bieten. Ein Teil wird in der Standort- und den Nachbargemeinden und ein Teil in einem grösseren Umkreis wohnen. Es ist deshalb mit einer erheblichen Zunahme des Pendlerverkehrs und mit vielen Zuzügern bzw. Zuzugswilligen zu rechnen. Beide Standorte liegen sehr nahe beim Autobahnanschluss Wettingen Ost und sind damit prädestiniert, um mit Motorfahrzeugen dorthin zu gelangen. Die Furttalkreuzung ist bereits durch den heutigen Pendlerverkehr von allen Seiten sehr stark belastet und der tägliche Stau führt zu Ausweichverkehr in Würenlos und auf der Industriestrasse. Diese Folgen lassen sich nur in einem einigermassen erträglichen Rahmen halten, wenn erhebliche Anreize für die Nutzung des öV bestehen.
Die Mitte Würenlos teilt die vom Gemeinderat Würenlos und den beiden Ortsparteien FDP und SVP geäusserten Bedenken wegen den absehbaren Auswirkungen auf Verkehr und Nachfrage nach Wohnraum. Und auch eine Redimensionierung der Landschaftspange darf nicht ohne Not und vor allem nicht ohne Konsens mit den vier betroffenen Gemeinden erfolgen. Sie ist für Siedlungs- und Lebensqualität in Agglomerationsgemeinden sehr bedeutsam.
In Anbetracht der Situation, dass sich die Evaluation auf zwei Standorte in unmittelbarer Nähe von Würenlos ausgeweitet hat, stellt sich die Frage, ob eine kompromisslose Opposition gegen den Standort im Tägi wirklich zielführend ist. Freilich, die Erschliessung dieses Standortes mit dem öffentlichen Verkehr durch aktuell eine Haltestelle von zwei Buslinien ist völlig unzureichend. Die im Erläuterungsbericht an verschiedenen Stellen erwähnte Massnahme mit einer zusätzlichen S-Bahnhaltestelle erscheint aufgrund der veröffentlichten Dokumente der SBB zum Ausbauschritt 2035 von einer Realisierung weit entfernt. Die Mitte Würenlos erachtet diese Anbindung an das S-Bahnnetz als unabdingbare Voraussetzung, um den Pendlerverkehr zu bewältigen. Danach sieht es jedoch vorderhand nicht aus.
Erst wenn der unmittelbare Anschluss des Tägerhardächers ans S-Bahnnetz gesichert ist, ist eine gute Anbindung ans Schienen- und Busnetz möglich und kann die Situation neu unter Einbezug der am Sachplan Landschaftsspange beteiligten Gemeinden beurteilt werden. Die Sorgen um die Auswirkungen auf die Nachfrage nach Wohnraum in Würenlos und den umliegenden Gemeinden bestehen jedoch weiterhin. Dies wird – in beiden Standortszenarien – zu einer angespannten Situation im Immobilienmarkt und zu grossen Herausforderungen in der Nutzungs- und Gestaltungsplanung führen.
Würenlos, 16. März 2026
Für die Mitte Würenlos
Andreas Schorno, Präsident
